110 Cities
Choose Language

Buddhistischer Gebetsleitfaden 2026

Zurück zur Gebetsanleitung

Buddhismus

Die Lehre Buddhas (genannt Dharma*)

Nach seinem Erwachen suchte der Buddha Gleichgesinnte und verkündete seine ersten Lehren. Anstatt auf eine Schöpfergottheit hinzuweisen, bot er einen Rahmen zum Verständnis des Leidens und zur Überwindung desselben an. Zentral für seine Botschaft waren die “Vier Edlen Wahrheiten”: dass das Leben Leiden beinhaltet; dass Leiden aus Begierde und Unwissenheit entsteht; dass Leiden beendet werden kann; und dass der Weg zur Überwindung von Begierde und Unwissenheit darin besteht, dem “Mittleren Weg” zu folgen, auch bekannt als der “Edle Achtfache Pfad”.”

Gemäß der buddhistischen Lehre entsteht Leiden durch das Festhalten an Vergänglichem. Diese Anhaftung fesselt den Menschen an einen fortwährenden Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, in dem selbst die Vorstellung eines ewigen Selbst als Illusion gilt. Befreiung erlangt man nur durch das Überwinden von Begierde und Unwissenheit.

Der Buddha lehrte, dass man sich durch ein diszipliniertes Leben, das extreme Genusssucht und strenge Selbstverleugnung vermeidet, von diesem Kreislauf befreien kann. Der Mittlere Weg betont rechtes Verständnis, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, Achtsamkeit und rechte Konzentration. Diese Praktiken zielen darauf ab, Begierde und Wahrnehmung zu verändern.

Das Endziel der buddhistischen Praxis ist nicht die Vereinigung mit einem persönlichen Gott, sondern die Auslöschung des Begehrens, die zur Befreiung von Leiden und Wiedergeburt führt.

* Um Klarheit und Einheitlichkeit zu gewährleisten, verwendet dieser Leitfaden allgemein anerkannte Sanskrit-Begriffe für buddhistische Konzepte. Die Beschreibungen spiegeln historische Lehren und zeitgenössische Praktiken wider, wie sie in verschiedenen kulturellen Kontexten beobachtet werden.

Tatsächliche buddhistische Praxis heute

In weiten Teilen der Welt wird der Buddhismus eher als kultureller Rahmen denn als klar definiertes Glaubenssystem gelebt. Er überlagert oft bestehende Bräuche und prägt den Alltag, Feste und soziale Werte, was zu einer großen regionalen Vielfalt führt.

In Tibet flossen Elemente älterer schamanistischer Traditionen in die buddhistische Praxis ein. In Thailand erhalten Mönche mitunter alltägliche Gaben wie Speisen und Getränke in Almosenschalen, während in Bhutan strenge Moralvorstellungen gelten, darunter ein Rauchverbot. Die Stellung der Frau ist sehr unterschiedlich: Manche Traditionen schränken die Ordination oder den Zugang zu heiligen Stätten ein, während andere Frauen uneingeschränkt zu Mönchen ordinieren.

Der Umweltschutz spielt in einigen westlichen buddhistischen Strömungen eine zentrale Rolle, in anderen hingegen fehlt er weitgehend. In vielen Gesellschaften existiert der Buddhismus neben Ahnenverehrung, Geisterritualen und Volksreligion.

Für die meisten Anhänger steht heute das Verdiensterwerb im Mittelpunkt ihrer Praxis.

crossmenuchevron-down
de_DEGerman
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram